Der Schopenhauer-Forschung wird ein neues, wichtiges Instrument online angeboten. Auf der Website www.schopenhauersource.org werden (kostenlos) qualitativ hochwertige digitale Reproduktionen zur Verfügung gestellt von:
1. dem gesamten Handschriftlichen Nachlaß Arthur Schopenhauers, wie er in der Staatsbilbliothek in Berlin aufbewahrt wird;
2. der Randbemerkungen und Anstreichungen des Philosophen in den Büchern, die sich in seinem Besitz befanden;
3. der verschiedenen Auflagen seiner Werke, und schließlich
4. Transkriptionen von Teilen des Nachlasses, die bisher noch nicht ediert sind.
Gegenwärtig bietet die Website etwa die Hälfte des Handschriftlichen Nachlasses an (im Lauf des Jahres 2009 wird die Aufnahme des gesamten Bestands abgeschlossen sein). In Kürze sollen die ersten Transkriptionen zur Verfügung gestellt werden, beginnend mit den Notizen, die sich der junge Schopenhauer während seines Studiums and en Universitäten in Göttingen und Berlin machte.
Die Website wird aus Mitteln des italienischen Forschungsministeriums (MIUR) und der Universität Pisa finanziert und von einer Forschergruppe unter der Leitung von Prof. Sandro Barbera (Institut für Sprachwissenschaft an der Universität Pisa) betreut, in Zusammenarbeit mit der Staatsbibliothek Berlin (Stiftung Preußischer Kulturbesitz), der Ecole Normale Supérieure in Paris und COST (Open Scholarly Communities on the Web) von der EU. Die Schopenhauer-Forschungsstelle der Universität Mainz war von Anfang an an der Entwicklung dieses Projekts beteiligt.
Arthur Schopenhauers Hauptwerk, "Die Welt als Wille und Vorstellung" ist in den Jahren 1814 bis 1818 in Dresden entstanden. Als Ort für seine Studien, die in diesem Werk gipfelten, hat er bewusst Dresden gewählt, denn er hatte die Stadt bereits in früher Jugend gemeinsam mit seinen Eltern zweimal für längere Zeit besucht. Während seiner Studienzeit in Berlin hat er in den Semesterferien vier Kommilitonen als Stadtführer gedient. Nur über diese Stadt hat er mehrfach "das liebe Dresden" geschrieben.
Zwei große Lebenskrisen bringen ihn noch zweimal für jeweils mehrer Monate an die Elbe zurück: Der Zusammenbruch des Bankhauses Muhl in Danzig erfordert von Schopenhauer ein Überdenken seines Lebensplans: in Dresden bereitet er 1819/20 seine Habilitation vor. Nach dem er seine Berliner Universitätspläne als gescheitert ansah, zieht er 1824/25 wieder nach der sächsischen Residenzstadt zurück und versucht, sich als Übersetzer zu profilieren.
Auf der Homepage www.schopenhauer-dresden.de finden Sie weitere Informationen.